Ich arbeite als Associate Professor für Computerlinguistik am Institut für luxemburgische Sprach- und Literaturwissenschaft. Zuvor war ich am Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas in Marburg tätig, wo ich unter anderem an der Entwicklung einer umfassenden Forschungsplattform zu den Regionalsprachen des Deutschen (www.regionalsprache.de) beteiligt war. Seit 2022 bin ich für das neue Culture & Computation Lab am Department für Geisteswissenschaften verantwortlich (siehe unten).

In meiner Arbeit verbinde ich unterschiedliche Disziplinen und methodische Zugänge zur Analyse von Sprache als kulturellem Phänomen. Den Ausgangspunkt meiner Forschung bilden dabei die komplexen Zusammenhänge von menschlichem Handeln in der Lebenswelt einerseits und der Struktur und Dynamik kultureller Symbolsysteme andererseits. Schwerpunkte meiner Tätigkeit liegen in der empirischen Untersuchung soziolinguistischer Fragestellungen, der Entwicklung computergestützter Zugänge zu Sprachhandeln und -bewertung sowie in der Ausarbeitung theoretischer Modelle für die Beschreibung der menschlichen kulturellen Praxis. Die enge Verbindung von computergestützten Arbeitsmethoden und theoretischer Reflexion mit gesellschaftlichem Engagement als Teil einer offenen Forschungspraxis sehe ich als besondere Motivation für meine Arbeit ebenso wie als Herausforderung für die Zukunft der Geisteswissenschaften insgesamt.

Insbesondere beschäftigt mich derzeit die Auseinandersetzung mit den Chancen und Implikationen der Digitalisierung für die wissenschaftliche und lebensweltliche Praxis. Dies betrifft die Erweiterung der Soziolinguistik um daten- und computergestützte Ansätze (Computational Sociolinguistics), aber auch die Weiterentwicklung von Algorithmen und Verfahren der Computer Science durch den Einbezug soziokultureller Daten (Cultural AI). In diesem Zusammenhang befasse ich mich auch mit den theoretischen Grundlagen computergestützter kultureller Praxen für das Verständnis sozialer Prozesse (Culture & Computation). Darüber hinaus engagiere ich mich für die Entwicklung digitaler Sprachressourcen und Anwendungen für das Luxemburgische (Natural Language Processing), ebenso wie für den aktiven Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft im Rahmen partizipativer Forschungsprojekte (Citizen Science).


Culture & Computation Lab

Der neue Dreh- und Angelpunkt meiner verschiedenen Arbeitsinteressen soll in den nächsten Jahren das Culture & Computation Lab werden, eine Initiative des Departments für Geisteswissenschaften an der Universität Luxemburg. Ziel des Labs ist der Aufbau eines interdiziplinären Zentrums für Cultural Data Science, also geisteswissenschaftliche Forschung mit computationellen Methoden. Thematische Schwerpunkte des Labs liegen in den Bereichen Critical AI Studies und Cultural Language Processing. Besonders wichtig ist uns dabei ein umfassender Zugang zur Analyse von Kultur und Digitalität, sowohl hinsichtlich der Alltagspraxis als auch im Hinblick auf die Neuorientierung der geisteswissneschaftlichen Forschungspraxis. Neben der Forschung zielt das Lab auch auf die Vermittlung von Grundlagen Data Science an Student.innen und Forscher.innen und die Zusammenarbeit mit Partnern in Industrie.

Mehr Informationen zum Lab finden sich unter cucolab.uni.lu.


Aufgaben und Funktionen

Herausgeber Buchreihe The Ends of the Humanities. Universität Luxemburg: Melusina Press. Gemeinsam mit Till Dembeck, Georg Mein und Johannes Pause. Link
Mitglied COST action European network for Web-centered linguistic data science (NexusLinguarum)
Partner SFB Deutsch in Österreich (DiÖ)
Vorstand Internationale Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen e.V. (IGDD)

Mitgliedschaften und Engagements

ACL Association for Computational Linguistics
DH Benelux Digital Humanities in the Benelux countries
ECSA European Citizen Science Association
Scistarter Science we can do together
SLICE Standard Language Ideologies in Contemporary Europe
VndS Verein für niederdeutsche Sprachforschung